Funkstreife
von Markus Sehl
Jede Woche 3 Improvisationen über eine ausgewählte Pressemeldung der Berliner Polizei www.funkstreife.wordpress.com Wöllecke, Gause & Sehl

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Jede Woche 3 Improvisationen über eine ausgewählte Pressemeldung der Berliner Polizei www.funkstreife.wordpress.com Wöllecke, Gause & Sehl
This is Texas, sagt die Frau zu ihrem Kind, das eine Sonnebrille unter dem riesigen Fahrradhelm trägt. Den bunten Roller hat sich die Frau zwischen die Beine geklemmt und zeigt jetzt in den Reiseführer von Discovery Channel. This is Texas. Sie zeigt mitten hinein in eine Landkarte, auf der ganz viel Braun und Orange zu sehen ist und nur wenige blaue Linien, die sich im Braun und Orange verlieren. It is far away, you know.Und was ist das Mama?Das, äh, this is a skyscraper. It is called so because it reaches in the sky. So high, you know.Das Kind hat plötzlich einen Labello in der Hand, dreht ihn auf und fährt damit großflächig das Gesicht um den Mund ab.Gegenüber sitzt ein Pausbackenjunge und schaut blöde in die Öffnung seiner Tröte, die kein Fernglas ist. Egal wie lange er mit offenem Mund hinein starrt. Dabei fällt ihm ganz langsam ein wenig Spucke aus dem Mund und auf das T-Shirt. Eine Mutter mit Lappen oder Taschentuch ist nicht zu sehen.Die Tröte ist schwarz-rot-gelb und reicht dem anderen Kind in dieser Farbreihenfolge fast bis vor den Helm.Nächster Halt, Mehringdamm. Bitte beachten Sie den Abstand zwischen Zug und Bahnsteigkante. Please mind the gap between platform and [...]
Am Tag, nach dem diese kleine Eisläuferin im Finallauf einen vierfachen Salchow versuchte, sie war dabei zunächst scheu, ganz bei sich ein paar Runden über die Fläche geschwebt, gepirscht, hatte abgehoben, war in die Höhe geschnellt, wirbelte eine Bewegung, peitschte wie ein Schuss in der Halle, berührte sie dann wieder das Eis mit der Kufenspitze, ich glaube es war der linke Fuß, muss der Linke gewesen sein, es war als habe sie die Schraubfigur schon beendet, schon wollte ihr ein Lächeln gelingen, da ein Zucken, von ihrem Fuß aus durch den Körper fahrend, alle sahen, dass sie die Kraft ihrer Drehung nicht aushielt, sie hatte zuviel Schwung hineingelegt, knickte ein, brach in sich zusammen, das Eis unter ihr blieb hart, wollte nicht nachgeben, sie die Figur ausgleiten lassen, zwang sie einzubrechen, auszuschlittern, das Gesicht auf die glatte Fläche gedrückt, keine Blicke für die Welt, rutschte sie aus dem Bild, just an dem Tag danach traf ich meinen Nachbarn Konrad im Hof und er hatte einen schwarzen Regenschirm bei sich. Konrad zog den Schal enger um seinen Hals und wir knirschten auf dem [...]